EV Group und Andorf Technology School: Starke Partner

„Aging of materials and their impact on the nanoimprint lithography process” – So lautet der Titel jener Diplomarbeit, die bei der diesjährigen öffentlichen Projektpräsentation an der Andorf Technology School aus insgesamt 27 Abschlussarbeiten von einer Fachjury und vom Publikum zum Siegerprojekt gekürt wurde. Stefanie Klaffenböck und Jakob Osterberger analysierten dabei die chemischen und mechanischen Änderungen einer Trägerfolie im Zusammenspiel mit der UV-Belichtungszeit und unterschiedlichen Abformzahlen beim Prozess der Nanoprägelithografie. Dies ist ein Abbildungsverfahren von dreidimensionalen Nanostrukturen, die durch Erzeugung quasi eines „Stempels“ auf einer Trägerfolie auf Wafer übertragen werden.


Stefanie Klaffenböck und Jakob Osterberger

Als Kooperationspartner für diese auf Englisch verfasste Projektarbeit fungierte die Firma EV Group, ein „hidden champion“ und Technologie- und Marktführer aus St. Florian am Inn, der zusammen mit anderen wachstumsstarken Unternehmen in der Region das Innviertel laut dem Wirtschaftsmagazin „trend“(Ausgabe 13/2017) zu einer der aktuell innovativsten Regionen in Österreich macht. Da die EV Group seit Jahren Kooperationspartner unserer Schule ist und als anerkannt attraktiver Arbeitgeber eine stetig wachsende Anzahl unserer Absolventen beschäftigt, wollen wir dieses Unternehmen nun an dieser Stelle genauer vorstellen.

Innovation hat einen Namen: EVG

Ob Bauteile für Smartphones, Virtual Reality- bzw. Mixed-Reality-Brillen und Spielekonsolen, Airbag-Sensoren oder Produkte für die Bio- und Medizintechnik: die größten Elektronikkonzerne der Welt setzen in ihrer Produktion auf Systeme von EVG, die allesamt am Hauptsitz des Spezialmaschinenbauers in Florian am Inn entwickelt und gefertigt werden. Weltweit sind über 2.300 Systeme in der Großserienproduktion sowie in der Forschung und Entwicklung im Einsatz. Im Schnitt verlässt alle vier Sekunden ein Wafer – so nennt man die dünnen Scheiben aus Silizium, Glas oder anderen Materialien, auf denen u.a. modernste Mikroprozessoren oder Sensoren entstehen – irgendwo auf der Welt eine Bondkammer in einer Anlage von EVG.


Anlagen-Endmontage

In St. Florian am Inn arbeiten etwa 670 der weltweit über 800 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an modernsten Technologien, die viele Produkte des täglichen Lebens erst möglich machen. Die Kunden auf der ganzen Welt vertrauen auf das Know-How der Entwicklungs- und Service-Ingenieure von EVG, die Hand in Hand mit den Kolleginnen und Kollegen aus den Niederlassungen zusammenarbeiten. In den zentralen Technologiebereichen mit Produkt-, Prozess- und Software-Entwicklung, in der Anlagenfertigung – von der Fräserei und Elektronikfertigung über die Komponenten- und Modulfertigung bis zur Endmontage – sowie im technischen Kundendienst und Customer Support finden Technikbegeisterte hochinteressante, abwechslungsreiche Aufgaben in einem internationalen Umfeld.

Zahlreiche Absolventinnen und Absolventen der Andorf Technology School konnten ihr erworbenes Fachwissen bereits sehr erfolgreich bei EVG einbringen. Ein Beispiel der vielen, spannenden Einsatzbereiche ist die weltumspannende Service- und Customer Support-Organisation, zu der u.a. die Teams für die Erstinstallation, Inbetriebnahme und Wartung der Maschinen vor Ort beim Kunden gehören. Die Technikerinnen und Techniker lernen die EVG-Produkte im Detail kennen und begleiten die Kunden als verlässliche Ansprechpartner bei ihren Produktionsprozessen. Und auf internationalen Serviceeinsätzen lernt man ganz nebenbei auch neue Länder und Kulturen kennen – manchmal bleibt dabei auch Zeit für ein kleines Sightseeing-Programm!


Prozessentwicklungsingenieure im Reinraum

Die umfassende Einführung, Trainings on the Job als Teil eines größeren Teams erfahrener Kolleginnen und Kollegen sowie Schulungen und Weiterbildungsmaßnahmen erleichtern neuen Mitarbeitern den Einstieg in die Welt von EVG. Beispiele erfolgreicher Karrierewege verdeutlichen die langfristigen, weltweiten Entwicklungsmöglichkeiten in einem hochinnovativen, fest im Innviertel verwurzelten Unternehmen: vom international tätigen Servicetechniker zum Produkt- oder Salesmanager, vom Mitarbeiter in der Qualitätssicherung in die Elektronikentwicklung oder vom Prozessingenieur zum Leiter des Technologieteams in den USA. Auch der heutige Executive Technology Director hat einen HTL-Abschluss – er kam vor vielen Jahren als Konstrukteur zu EVG und ist heute als Mitglied der Geschäftsleitung u.a. für die gesamte technische Entwicklung verantwortlich.

Verstärkte Zusammenarbeit in der Zukunft

Für die Zukunft wurden zwischen Vertretern der EV Group und der Andorf Technology School nun vor kurzem gemeinsame Maßnahmen geplant, um die Kooperation weiterhin zu verbessern. So werden für die dritten und vierten Jahrgänge unserer Schule fixe Workshops und Exkursionen am Firmenstandort im Rahmen des fachtheoretischen Unterrichts angestrebt. Bezüglich der Fachpraxis sollen die Bereiche Automatisierung, Prozesstechnik und insbesondere Elektrotechnik noch stärker in den Unterricht integriert werden. Die erfolgreiche Zusammenarbeit bei den Diplomarbeiten wird natürlich fortgeführt. Mögliche Themen sind zur Genüge vorhanden, unter anderem zum Beispiel im Bereich der technischen Dokumentation –  und das diesjährige Siegerprojekt hat auch Schülerinnen und Schüler der unteren Jahrgänge eindrucksvoll vor Augen geführt, wie spannend und lohnenswert sich die Auseinandersetzung mit realen Fragestellungen aus der Welt der Wirtschaft gestalten kann. 

[Clemens Schütte; Erhard Maier]

Mehr Informationen unter www.evgroup.com